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Alternative Osteuropa

Allgemeine Informationen über die Senioren- und Pflegedomizile in Tschechien, Ungarn, Polen, Kroatien, BiH und der Slowakei                                                                    


Nicht für jeden Senior kommt eine Übersiedlung nach Osteuropa in Frage. Für manche Seniorin oder Senior ist aber ein Pflegedomizil in einem der Nachbarstaaten sicher eine gute Alternative und für einige dann auch die beste Lösung. Aus dem breitgefächerten Angebot an Senioreneinrichtungen wägt man sorgsam Vor- und Nachteile der einzelnen Möglichkeiten ab.

Akzeptanz eines neuen Wohnumfeldes    
Am liebsten bleibt der Senior in der Regel zuhause im vertrauten Umfeld. Ein Umzug in ein Seniorenheim, egal ob innerhalb des Heimatlandes oder ins Ausland, ist immer eine sensible Angelegenheit. Kann aber eine Versorgung im häuslichen Umfeld nicht mehr gewährleistet werden ist ein solcher Umzug die einzige Alternative.

Es gilt vor allem abzuwägen ob seitens des Seniors eine Bereitschaft vorhanden ist in höherem Alter eine neue Umgebung zu akzeptieren und es gibt unter den Senioren zahlreiche, die einen solchen Umzug nicht scheuen. Bei der anderen Gruppe dominiert wohl die Angst - alles Neue macht zunächst einmal Angst. Was wird nun? Werde ich akzeptiert? Kümmert man sich um mich? All diese Fragen treiben den Senior um und führen zu einer ablehnenden Haltung.  Gute Erfahrungen haben wir in diesen Fällen mit Urlaubsaufenthalten gemacht in denen der Senior, quasi als Test, einen Monat im Domizil verbringt. Er denkt er geht in Urlaub um danach wieder zurückzukehren.  In den allermeisten Fällen ist nach zwei, drei Wochen dann keine Rede mehr von einer Rückkehr in das alte Zuhause. In einigen wenigen Fällen kann das auch die eine oder andere Woche mehr dauern und manchmal kommt auch Heimweh auf, egal ob in einem Seniorendomizil im Heimatland oder im benachbarten Ausland.     
 

Entfernung und Besuche    
Auch im Heimatland sind im Zeitalter von Flexibilität und Mobilität oftmals Fahrtstrecken für die Kinder von einigen hundert Kilometer zu überwinden. In dieser Frage der Entfernung besteht deshalb lediglich ein marginaler Unterschied.  Tatsächlich ist die Häufigkeit der Besuche im Gastland geringer als im Heimatland. Die Besuchsqualität dagegen ist im Gastland ohne jeden Zweifel höherwertiger weil die Besuche über eine längere Zeitdauer stattfinden, zugewandter sind und als menschlich näher empfunden werden.           
           
Keine minutengetaktete Pflege und Betreuung

Aus der seitherigen Erfahrung können wir auch sagen, dass der Senior die Betreuung hier als intensiver empfindet als das im Heimatland der Fall war. Während im Heimatland eine zeitgetaktete Pflege und Betreuung stattfindet, die dem Personal für jeden Arbeitsschritt eine Zahl an Minuten vorschreibt, die sie für die jeweilige Leistung benötigen dürfen, ist die Pflege und Betreuung hier nicht von Zeitvorgaben beeinflusst. Der Senior erhält die Zeit, die er benötigt, sei es beim Füttern, bei der Körperhygiene oder sonstigen Aktivitäten. 
 

Sprachkenntnisse des Personals

Während das Personal in den Seniorendomizilen entlang der Grenzen zu Deutschland und Österreich die deutsche Sprache mehr oder weniger gut beherrscht ist dies in den anderen Domizilen noch nicht Standard. Dennoch sind auch in diesen Seniorendomizilen in allen Schichten Pflegerinnen und Pfleger eingesetzt welche die deutsche Sprache beherrschen.               
 

Infrastruktur der medizinischen Versorgung       
Auch in Ungarn, Tschechien, Polen, Kroatien, BiH und der Slowakei sind identische medizinische und diagnostische Möglichkeiten gegeben wie im Heimatland auch. Unter Umständen kann es sein, dass zu einer speziellen Diagnostik, z.B. der Kernspintomografie, das nächstgrößere Krankenhaus aufgesucht werden muss und dafür ein Krankentransport notwendig wird.  Krankenhausaufenthalte werden ebenso von der kommunizierenden Gastkrankenkasse vorab bezahlt, die dann diese Kosten mit der Krankenkasse im Heimatland abrechnet soweit es sich um eine gesetzliche Krankenkasse handelt. Im Falle einer privaten Krankenkasse wird genauso abgerechnet wie im Heimatland auch, d.h. der Versicherte erhält die Rechnung und reicht sie bei seiner privaten Krankenversicherung ein.

Demenz- und Alzheimerpatienten 
Entgegen der vielfach geäußerten Meinung diese Patientengruppe benötige ihr gewohntes Umfeld und vertraute Stimmen machen wir hier ganz andere Erfahrungen. Wir sehen Patienten, die, ausgelöst durch Fragen von Besuchern aus der Familie, nervös reagieren und auch eine minimale Kommunikation einstellen. Sind die Besucher dann weg und kommt die Pflegerin, die in einfachen Worten kommuniziert löst sich diese Nervosität wieder und die Kommunikation, wenn auch auf eine einfache Art, stellt sich wieder ein. Nach unserem Eindruck werden Patienten mit mittelschwerer und schwerer Demenz durch offene Fragen überfordert und reagieren dann mit Verweigerung, die sich dann wieder löst, wenn sie mit einfachen Worten angesprochen werden. Bei dieser Patientengruppe haben sich Pflegerinnen und Pfleger, die nicht kommunikativ die deutsche Sprache sprechen sehr bewährt.     

Fazit
Das Angebot in ein Senioren- und Pflegedomizil in Länder benachbarter EU-Staaten umzuziehen erweitert zunächst einmal die Auswahl- und Entscheidungsmöglichketen für Senioren und deren Familien. Neben den Angeboten im Heimatland kann mit diesem zusätzlichen Angebot abgewogen werden welche der angebotenen Lösungen für den Senior und die Familie die beste ist basierend  auf der Grundlage der persönlichen Situation des Seniors sowie der familiären Gegebenheiten und der finanziellen Möglichkeiten.    


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